FW 190 A-8 Flight Trials

Flugbericht FW 190/733705
Nr. 2
S.O.Archiv
Bad Eilsen 
 

Fl. Nr.:Datum:Start:Landung:Dauer:Flugzeugführer:
2519.10.44  9.3210.0735'Schnier
2620.10.4415.1215.3725'Schnier
2721.10.4415.1715.4023'Schnier
281.11.44  9.34  9.406'Märschel
291.11.4416.5217.4351'Sander
306.11.4414.5515.4146'Sander
316.11.4416.0416.4541'Sander
327.11.44  9.00  9.1414'Märschel
337.11.4412.3312.37  4'Märschel
347.11.4417.0017.04  4'Prof. Tank

 

Zustand:

Motor 801 D-2/316248
A-8 Serienzustand (ohne Aussenflügelwaffen).
Bewaffnung: 2 Mg 131, 2 MG 151 (MG 151 mit je 230 Schuss Munition).
ETC 501. Feste Radklappen
Perlon-Fahrwerksreifen der Firma Conti 25.10. ./. 10.11.
Ballast: Im FT-Raum 10 kg.
In Rumpfmitte statt Reichweitenbehälter 125 kg.
Zwischen Bodenklappe and Mutterkompass 75 kg.
30.10. ./. 6.11.44 Startgewicht G  =  4224 kg
                            Schwerpunktlage = 0.78 m.

Programm:

1.Bestimmung der Horizontalgeschwindigkeiten mit dem Motor, Werk-Nr. 316248.
2.Aufnahme der Kühldrücke in Steig und Horizontalflug.
3.Flugeigenschaftuntersuchungen bei hinteren Schwerpunktlagen.

Ergebnis:

1.Nach Austausch des durch Laderschaden ausgefallenen Motors, werk-Nr. 328909, wurden nochmals die Horizontalgeschwindigkeiten mit Kampf- und Startleistung im Anlieferungszustand erflogen. Unter Berücksichtigung der im Flugbericht Nr. 1 dargestellten Staudruckeichung ergaben sich an den markanten Punkten der Geschwindigkeitsverläufe jetzt folgende Werte:
 
Geschw. in 0 m Höhe mit Kampfleistung VwKL = 516 km/h
      "       "     "       "      "     Startleistung VwK? = 537 km/h
Geschw. in Volldruckhöhe mit Kampfleistung (5650m) VwKC = 589 km/h
      "       "              "            "      Startleistung (6100m) VwKC = 617 km/h
 
Damit sind zu einem späteren Vergleich erforderlichen Voraussetzungen erfüllt und das Flugzeug kann auf den Vorgesehenen verbesserten aerodynamischen Zustand umgebaut werden.
 
2.Da bei Umbau auch eine Änderung der Triebwerksspreizklappen sowie des Kühlluftaustrittsquerschnittes vorgesehen ist, wurden die Drücke im Triebwerk bei Steig- und Horizontalflügen ermittelt. Aus der Auftragung der Steigflugwerte geht hervor, dass ab 6000 m Höhe das von BMW für 220° Zylindertemperaturen erforderliche Kühldruckgefälle nur mit voll geöffneten Spreizklappen erreicht wird.
 
3.Zur Nachprüfung der hintersten Schwerpunktlage für Schlechtwetterjäger wurde die Maschine durch Ballast auf eine Schwerpunktrücklage mit gefüllten Behältern von s = 0.78 ./. 0.76 m gebracht. Hiermit ist das Flugzeug erheblich instabil und muss vorsichtig geflogen werden. Erst nach Verbrauch des Kraftstoffvorrates bis auf etwa 100 Liter je Rumpfhauptbehälter, also einer S-Lage von 0.72 m, ist ausreichende Stabilität um die Querachse festzustellen.
 
Bei serienmässiger Voreinstellung der Höhenflosse von 2° in Richtung kopflastig (Anzeige 0) und nicht vorgebügelter Höhenrudertrimmkante ergaben sich folgende Trimmanzeigestellungen:

Schwerpunktlage 0.78 m (instabil): Startoff + 1°
Steigflug +1.8°
Schwerpunktlage 0.72 m (stabil): Horizontalflug + 0.5°
Steigflug +1.0°

Die ferner mit ~ 25° in Richtung kopflastig bezw. Schwanzlastig vorgebügelten Höhentrimmkanten durchgeführten Flüge zeigten, dass hierdurch eine Verschiebung des Indifferenzpunktes nicht erfolgt. Rein gefühlsmässig beurteilt, scheint aber die Steigung der Stabilitätsgeraden hierdurch beeinflussbar, und zwar im günstigen Sinne bei kopflastig gebügelten Trimmkanten.

Langenhagen, den 21.11.1944
GT/Schw.

FW 190 A-8 Performance Chart

 

[Main]  [English version of this page]

© 2006  WWIIaircraftperformance.org.  All Rights Reserved